Im Herbst beginnt die Zeit für große Futterplätze. Sebastian Manecke setzt seit ein paar Jahren auf eine Vorgehensweise, die ihm oft Fische bescherte – und sicherlich nicht ganz alltäglich ist. Doch davon soll er am besten direkt selbst erzählen. Los geht´s, Sebastian.

Die Tage werden langsam wieder kürzer und der Sommer konnte mit seiner Leistung in diesem Jahr nicht wirklich angeben. Bleibt uns Karpfenanglern noch die Hoffnung auf den so oft gelobten goldenen Herbst. Die Zeit, in der meine Futterplätze langsam etwas größer und üppiger ausfallen.

Es gibt unfassbar viele Strategien und Möglichkeiten, wie man einen Platz aufbauen kann. Das Wichtigste, wovon der spätere Fangerfolg maßgeblich abhängt, ist die Tatsache, dass der Plan gut auf die jeweiligen Bedingungen und auf das Gewässer abgestimmt ist. In meinen Augen ist das deutlich wichtiger, als die Wahl des Futters und die spätere Köderpräsentation.

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Futterplatz im Herbst anlegen

Gerade weil dies Thema so vielfältig ist, konzentriere ich mich hier auf eine Taktik, die mir in den vergangenen Jahren oft Fische gebracht hat und auf einige Situationen anwendbar ist. Folgendes Szenario: Du hast 3 Nächte Zeit und ein Gewässer mit durchschnittlichem Bestand. Keine Sandbank, Kante oder ein Plateau in der Nähe? Um so besser für dieses Vorgehen. Ob du mit dem Boot ablegst oder vom Rand aus angelst, ist dir überlassen. Mit dem Schlauchboot hast du einen deutlich größeren Radius. Mit Kelle und Rohr geht’s genau so gut, nur eben kleiner und schneller.

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Wenn ich am Gewässer ankomme, fange ich zuerst an, den Platz vorzubereiten, damit dieser wirken kann. Dazu lege ich eine sichel- oder halbmondförmige Spur an, in deren Innenseite ich später meine Ruten ablegen kann. Vom Ufer aus ist das easy. Stell dich einfach vors Zelt und füttere im Halbkreis um dich herum, so weit, wie du mit Kelle und Rohr kommst. Die Fläche vor deinen Füßen, also innerhalb deiner Sichel, bleibt leer. Geangelt wird später ausschließlich am inneren Rand des Platzes. So verlaufen keine Schnüre über das Futter und verschrecken die Gäste. Diese Technik braucht in der Regel Zeit, um anzulaufen. Das ist aber auch der Sinn dahinter. Die Fische sollen von außen auf den Platz treffen, fressen und vertrauen aufbauen. Oft bekommt man in den ersten 24 Stunden gar keinen Biss, obwohl alles nach Plan läuft und die Fische vielleicht schon da sind. Sie haben sich nur noch nicht bis zur scharfen Falle durchgefressen.

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Futterplatz mit dem Boot anlegen

Genau so klappt das auch, wenn man den Platz weiter draußen mit dem Boot anlegt. Hierbei markiere ich mir nur die Spots auf dem Echo per GPS, an denen später die Montagen liegen sollen. Zusätzlich stelle ich Marker, die ich aber sofort wieder einsammle, wenn ich mit dem Füttern am ersten Tag fertig bin. Sie dienen nur als optische Hilfe, um den späteren inneren Rand des Platzes zu markieren. So kann ich im Halbkreis um die Bojen herum das Futter verteilen und habe später keine Schnüre im Wasser, die mir die Karpfen im Drill einsammeln können.

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Die Futtermenge richtet sich stark nach den jeweiligen Gegebenheiten und muss immer individuell angepasst werden. Fakt ist aber, wer keinen ausgibt, bleibt allein. Diese Strategie geht nur auf, wenn man gründlich füttert. Dafür auch nur einmal und den Rest der Session wird nur nachgefüttert, wenn man auch Karpfen fängt und dann auch nur punktuell bzw. auf kleiner Fläche. Wenn nur die linke Rute in der Sichel abläuft, reicht es aus, den Platz auf der Seite ein wenig aufzufüllen.

Meine Futterwahl

Welches Futter? Gib‘ ihnen, was sie mögen. Auch das ist wieder von den jeweiligen Umständen und vom Fischbestand abhängig. Ich setze meistens auf Kraftfutter, statt Zuckerwatte und füttere zum größten Teil einen soliden, gut verdaulichen Fischmix. Der muss nicht mit Attraktoren vollgepumpt sein, da ich den Fischen ja Zeit gebe, meinen Platz anzunehmen. Um den Platz am ersten Tag zu aktivieren, reicht es mir völlig aus, 15% Prozent Chicken Inferno unterzumischen. Der hat eine deutlich höhere Instantwirkung und sorg dafür, dass die ersten Fische schneller aufmerksam werden.

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Wer mag, kann auch gerne Partikel füttern. Ich verzichte darauf, weil ich mir Brassen, Schleien und andere Mitesser vom Hals halten will. Ein guter Plan, um die Bande ein wenig auszutricksen, ist, eine Mischung aus verschiedenen Boilies zu füttern. Brassen fressen als erstes das, was sie leicht aufnehmen können. Das sind unsere kleinen Boilies. Die großen, die sich unbequemer fressen lassen, bleiben dann ein wenig länger liegen. So schaffen wir den Karpfen ein größeres Zeitfenster, um unseren Platz anzunehmen.

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Diese Vorgehensweise braucht ein wenig Geduld und vor allem Vertrauen. Bloß nicht die Rute ins Schilf werfen, wenn in der ersten Nacht nichts lief. Ausruhen und die Kräfte für die Drills in der nächsten Nacht sparen. Ich wünsche viel Spaß, einen goldenen Herbst und fette Beute!

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