Füttern oder nicht füttern, wenn ja wie viel und wie baue ich eigentlich einen funktionierenden Futterplatz im Frühjahr auf? Wir haben Sebastian Manecke nach seiner Futtertaktik in den kommenden Wochen gefragt. Also Sebastian, wie gehst du vor?

Der Frühling ist da! Endlich werden die Tage wieder nennenswert länger und der Saisonstart steht kurz bevor. Auch wenn ich mir jeden Winter aufs Neue vornehme, es etwas wärmer werden zu lassen, verliere ich spätestens jetzt die Geduld und werfe alle Vorsätze wieder über den Haufen. Die Passion hat gewonnen und ich finde mich am Wasser wieder.

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Spontanität will gut geplant sein. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich, was das Wetter angeht, in den vergangenen Jahren ein wenig wählerischer geworden bin – oder doch eher effizienter? Ich gehe auf jeden Fall zu dieser Jahreszeit nur dann fischen, wenn mir das Wetter passt. Es muss nicht besonders warm oder sonnig sein, sondern der Wetterbericht muss einfach „fischversprechend“ sein. Gewässerabhängig ist das mal eine besondere Windrichtung oder eine milde Tiefdruckphase und so weiter.

Behalte die Temperatur im Auge

So lange die Wassertemperaturen unter 10°C liegen, füttere ich gar nicht vor. Wenn die Sonne es schafft, flache oder geschützte Bereiche über Tag mehrfach auf deutlich über 10°C zu erwärmen, verteile ich an diesen Spots hier und da mal kleinere Mengen 16 mm Boilies und ein wenig Boilieteig, den ich aus Trockenmix, ein paar Pellets und Liquid anknete. Im Idealfall recht dicht am Ufer und gerne an Hindernissen, wie Bäumen oder auf den im Winterschlaf liegenden Seerosenfeldern. Bei der Menge beschränke ich mich auf wenige 100 Gramm.

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Durch die niedrigen Temperaturen ist der Stoffwechsel der Karpfen gerade nach dem Winter so niedrig, dass sie sehr wenig Nahrung aufnehmen. Die Zeitfenster, in denen sie fressen, sind häufig noch recht kurz. Umso wichtiger ist es, die Karpfen nicht mit Futter zu überschütten. Die Aussage „für 150 g Futter fahre ich nicht los!“ ist in meinen Augen totaler Quatsch. Ob ich im Sommer oder Herbst 10 Kilo Futter in den See schaufele oder im März 100 Gramm ist am Ende egal, wenn ich dadurch die Chance auf einen Fisch oder eine erfolgreiche Session erhöhe. Der Unterschied ist, dass die kleinen Futtermengen rückenschonender und verträglicher für den Geldbeutel sind.

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Du musst die Karpfen finden

Sinn macht auch, sich die Frage zu stellen, wo Fische zu dieser Zeit nach Nahrung suchen. Das Leben beginnt im Frühjahr mit Sicherheit nicht 200 Meter weit draußen auf der Kiesbank in acht Metern Tiefe. Mit steigenden Temperaturen schlüpfen Wasserinsekten und andere Kleinlebewesen im Flachwasser, im Schilf, in den keimenden Seerosen- und Krautfeldern und genau danach suchen Karpfen jetzt. Dem passe ich mich an, in dem ich an diesen Plätzen leicht verdauliche Köder mit hohem Gehalt an tierischem Eiweiß füttere. In diesem Sinne. euch allen einen erfolgreichen Start in die neue Saison und richtig fette Beute!

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