Die Auswirkung von Vollmond auf den Fangerfolg beim Karpfenangeln ist ein heißdiskutiertes Thema. Die einen sagen, dass es zwecklos ist, bei Vollmond auf Karpfen anzusitzen, andere behaupten, dass die Fänge bei Vollmond nicht zu übertreffen sind. Chris Unbereit wollte den „Mythos Vollmond“ in einer Session im vergangenen Jahr selbst auf den Prüfstand stellen. Heute berichtet er von seinen Erlebnissen. Dann erzähl mal, Chris.

Den Spätsommer und Herbst des vergangenen Jahres widmete ich ein und demselben Spot am heimischen Kanal. Ein Unterfangen, bei dem ich nicht sicher war, wie es ausgehen würde. Meine bisherigen Erfahrungen – vor allem im Herbst am Kanal – waren nicht wirklich auf Fangen getrimmt. Anders als im Frühjahr, wenn ich genau weiß, wo ich zu fischen habe, konnte mein Plan so oder so ausgehen.

Ein neuer Spot, eine neue Taktik und vor allem ein Umstand, den ich so noch nicht vorgefunden hatte, machte mein Unterfangen zum Risiko. Dieser Umstand war ein mehrwöchiger Schleusenstopp auf dem Teilstück. Wie würden die Fische auf die fehlende Schifffahrt reagieren und wie lange würde es eventuell dauern, bis sich die Fische auf die fehlende Bewegung des Wasser eingestellt haben?

Die Vorbereitungen laufen

Ich begann, den Spot zweitägig mit je ein paar Kilo Seafood und VNX+ Boilies von Successful Baits vorzubereiten. Schon nach zwei Wochen musste ich den ersten Versuch starten. Mein Plan war es, die eigene Uferkante samt Fahrtkante zu befischen. So ging ich in die erste Nacht. Bestückt mit Basemix Waftern und iD Pop-Ups legte ich meine Montagen scharf. Es stellte sich, wie vorhergesagt, ein Dauerregen vom feinsten ein – „Carpy-Wetter“, wie man heute wohl sagt. Durch den recht starken Wind und den prasselnden Regen, konnte ich keinerlei Fischaktivitäten erkennen. Diese zeigten sich kurze Zeit Später durch einen Ruck in meiner Rute. Den ersten Lauf der Session hatte ich nicht so früh erwartet, doch leider war es ein kurzes Vergnügen. Der Fisch war nicht besonders groß, trotzdem war meine Laune im Keller, als er ausschlitzte.

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Der Futterplatz läuft

Bedient fürs Erste, machte ich die Rute wieder klar und schickte mit dem Wurfrohr ein paar Boilies nach. Nun ging es in die Nacht, doch diese blieb ruhig. Als ich morgens die Augen aufschlug, war ich immer noch enttäuscht, den Lauf vom Vorabend nicht eingenetzt zu haben. Dass die Nacht hingegen ruhig verlief, verwunderte mich nicht. So kannte ich den Kanal im Herbst. Der goldene Herbst, von dem so viele Karpfenangler immer schwärmen, kannte ich hier nicht. Aber ich war motiviert und bestrebt, diesen Herbst hier an Ort und Stelle durchzuziehen. Und dann beim ersten Morgenkaffee wurde ich für mein Mindset belohnt. Die Rute in der Fahrt rannte wie aus dem Nichts los. Diesmal klappte alles und ich konnte einen kleinen Schuppi sicher einnetzen. Der Krill BP Wafter am Slip D-Rig hat solide gehakt, sodass ich den Halbstarken ablichten konnte.

Kurze Zeit später es kam noch besser. Nachdem alles wieder an seinem Platz war, machte sich die Rute rechts am Ufer mit einem einzelnen Piepser bemerkbar. Keinen Augenblick später raste die Schnur von meiner Affinity. Der nächste Schuppmann hing am Band. Ein klein wenig größer, doch wahrscheinlich aus derselben Truppe, wie sein Vorgänger. Sollte mein Futter doch Anklang gefunden haben? Wie geplant machte ich weiter im Text und hielt den Spot unter Futter.

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Karpfenangeln bei Vollmond – kommt jetzt der Biggy?

Mittlerweile war eine weitere Woche ins Land gegangen und es wurde Zeit für den nächste Versuch. Da ich abends zur Nachtschicht musste, beschränkte sich meine Zeit auf die frühen Morgenstunden bis hin zum Mittag. Doch ich musste mein Glück einfach versuchen, denn es war Vollmond. Ich war gespannt, ob der „Mythos Vollmond“ mir einen Biggy bescheren würde. Die Session verlief wirklich sehr enttäuschend, also begann ich letztlich, zusammenzupacken. Ich verstaute gerade mein Brolly, als ich von einem Dauerton unterbrochen wurde. Schnell an der Rute merkte ich, dass mein Gegenüber mächtig Dampf machte. Ich denke, jeder kennt den Moment, wenn man merkt, dass da an der anderen Seite der Rute Gewicht hängt. Endlos kamen mir die Minuten des Drill vor, bis ich endlich den Kescher unter den Fisch schieben konnte. Den ersten Blick in den Kescher vergesse ich so schnell nicht. Dieses Kreuz verriet mir: da war er, der erhoffte Vollmond Biggy. Die Waage blieb bei 22 Kilo stehen. Das war er, der eine Fisch, der den Plan aufgehen und die ganzen Mühen vergessen ließ. Auch wenn sich die Zahl meiner Fänge dort in Grenzen hielt, war es genau so ein Tier, warum ich dort dieses Unterfangen startete.

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