Um beim Karpfenangeln erfolgreich zu sein, ist nicht nur die passende Futterwahl entscheidend, sondern auch die Menge, die eingebracht wird. Max Sieverling zeigt, welche Vorgehensweisen sich bei ihm über das Angeljahr hinweg bewährt haben. Dann erzähl mal, Max.

Ich möchte euch ein Thema näher bringen, das mir persönlich sehr am Herzen liegt. Es dient nämlich vielen Dingen – Naturschutz, Kostenfaktor und zu guter letzt dem Fangerfolg. Es geht um Futter. Wann und wieviel, um genau zu sein. Welches macht wann und wie Sinn? Anhand von den Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst möchte ich euch ein paar Denkanstöße mit auf den Weg geben.

Im Frühling und die folgende Laichzeit

Wenn wir in das Angeljahr starten und wir gezielt mit Futter arbeiten können, ist es oft schon April. Zu dieser Zeit kann es sich sehr lohnen, in Flachwasserzonen und Holding-Areas Futter zu platzieren. Man muss sich dabei aber die Frage stellen, möchte ich einen festen Platz befischen oder mehrere Seen und Plätze? Über die Jahre habe ich für mich festgestellt, dass ich es im Frühling bevorzuge, mich treiben zu lassen.

Man kann aber auch eine sehr effektive Futtermethode anwenden. Man füttert 2 bis 3 mal vor und setzt sich dann auf das Futter und wartet ab, was passiert. Das sollte man aber so nur tun, wenn man das Gewässer kennt und man sehr gut weiß, in welchem Stadium sich der See aktuell befindet. Bei solchen Aktionen können im Frühjahr echte Traumsession entstehen.

In der Laich ist das Unterfangen ähnlich komplex. Einer der Möglichkeiten ist, sich 2 oder 3 Gewässer vorzunehmen und diese im Blick zu behalten in Bezug auf Wassertemperatur und Fischaktivität. Danach kann man sein Angeln dann ausrichten und auch das Futter in angepassten Mengen einbringen. Am besten ist es, auch den Platz mit der Unterwassercam zu checken. Die Seen sollten sich schon sehr unterscheiden – nicht, dass auf einmal alle 3 Gewässer gleich weit sind. Damit hätte man ein logistisches Problem und den Frühling nicht effektiv genutzt.

Die Methode, die am verbreitetsten ist und das auch mit Berichtigung, ist die Pop-Up Angelei. Hier könnt ihr mal einen Blick auf die Raubfisch Pros werfen. Die arbeiten nämlich schon länger mit Farbwerten unter der Wasseroberfläche. Welche wie lange sichtbar sind und welche wann verblassen, ist sehr interessant. Da es nicht immer Fluoro sein muss, wenn man dies aus verschieden Gründen nicht in Erwägung ziehen möchte. Und so ein ausgewaschener Pop-Up in einer Flachwasserzone Singlehook ist eine richtige Waffe. Im Frühjahr habe ich bemerkt, dass vor allem Futter mit viel tierischem Protein hervorragend angenommen wird.  Pflanzliches Protein auf Nussbasis aber sehr selten angenommen wird. Was sich im Sommer abrupt ändert. Gerade an hart beangelten Pools ist ein Nussprotein Boilie wie unserer Nutrition noch weniger genutzt als Fischprotein Boilies. Daher ist dieser gerade für die speziellen Charakterfische oft die richtige Wahl, um sie zu überlisten. Noch einen Proteinlieferanten solltet ihr nicht außer Acht lassen und zwar Insektenmehl. In unserem Sweet Maggot and Cream ist genau dieses verarbeitet und man sollte solche Variationen nicht unterschätzen.

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Der Sommer – mit größeren Futtermengen zum Erfolg

Der Hochsommer beginnt und jetzt geht’s ab! Ich glaube, da spreche ich für fast alle Angler. Es ist die Zeit, wo die Gewässer richtig voll werden an den Ufern und das auch mit Berechtigung, denn es Läuft. In dieser Zeit bin ich am Kanal unterwegs, um den Trubel aus dem Weg zu gehen und den wirklich großen Wilden hinterher zu jagen. Hier wie auch am See kann man nun schon mal mehr Futter einbringen, wenn es denn kontrolliert wird. Entweder durch darauf angeln oder wieder mit der Kamera. Es gibt auch Varianten, in denen man extrem große Mengen Futter einbringt, das ist aber mit absoluter Vorsicht zu genießen. Oft ist es auch überhaupt nicht erlaubt und das ist sind wir ehrlich auch gut so. Platztechnisch kann man sich in dieser Zeit austoben und sollte das tiefere Wasser nicht außer Acht lassen.

Nach dem Laichen stellt sich das geregelte Fressen endlich ein und sie sind nun wirklich gut auf Futterplätzen zu fangen. Immer wieder mal etwas Staubfutter mit hinzu füttern, ist ein Tipp von mir. Damit wird der Boden reaktiviert und so sollte das Ganze dann seinen Lauf nehmen. Happy Days.

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Die passende Vorgehensweise im Herbst

Nun kommen wir zum Herbst. In meinem Fall mache ich im September gerne einen halben Monat Angelpause, um einfach Kraft für den oft doch sehr anstrengenden Herbst zu sammeln. Zusätzlich ist der September so ein Mischmasch von den Bedingungen. Der eine sagt, es ist die beste Zeit des Jahres, wieder andere sagen das Gegenteil. Ich mache in der Zeit die Location für die Futterplätze im Herbst und fange mit der Vorbereitung dieser an. Als besonders ergiebig hat sich rausgestellt, zwei verschiede Gewässertypen zu befischen. Einen tieferen See und einen See, der nicht mehr als 6 Meter tief ist oder zumindest der Bereich, der beangelt wird, diese Tiefe nicht überschreitet.

Im Herbst spielt unser Nussprotein seine volle Stärke aus und ist in Verbindung mit dem Ng-Squid unschlagbar. Wenn man jetzt noch gecrushte auffällige Boilies mit dazu gibt, wie den Fruity Raspberry, ist das an nicht zu stark benagelten Gewässern ein absoluter Trumpf. Zur Menge kann man im Herbst nie genau sagen, was das richtige Maß ist. Mal sind es 500 Gramm, eine andere Woche mit Südwestwind können sie 5 Kilo innerhalb kürzester Zeit vernichten. Hier ist wieder eine Kamera von großem Vorteil. Wer diese nicht hat, sollte sich vorsichtig ran tasten. Manchmal bekommt man ein Gefühl für die Mengen, die sie fressen. Das absolut Wichtigste ist, so lange angeln, wie es läuft. Dann kann im Spätherbst auf Futterplätzen richtig was gehen – aber wem sag ich das?!

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Weniger ist mehr! Wenn man sich daranhält und seine Plätze kontrolliert, hat man eigentlich alles gemacht, dass sein Bereich nicht überfüttert wird und langfristig produktiv ist. Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Denkanstöße bereiten und wünsche euch ein tolles Angeljahr 2022.

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