In den Wintermonaten zieht es Janik Wolf an einen kleinen Fluss in seiner Heimat – obwohl er das restliche Jahr fast ausschließlich an Baggerseen unterwegs ist. Seiner Ansicht nach bewegen sich die Fische in dem fließenden Gewässer und verbrauchen dabei Energiereserven, die sie durch Futter wieder aufbauen müssen. Deshalb versucht er, bei kurzen Sessions auch jetzt seine Fische fangen. Wie sich seine Angelei genau gestaltet, bringt er uns mit diesen 5 Tipps näher.

Finde sie – Location am Fluss

Das gesamte Jahr über ist Location für mich der Schlüssel zum Erfolg. So steht also das Auffinden der Fische für mich unangefochten an der ersten Stelle – vor allem im Winter, vor allem am Fluss!

Winterangeln am Fluss – mit diesen Tipps zum Biss! - winterkarpfen, Winterangeln am Fluss, Flussangeln

Habe ich hierfür in der Vergangenheit die Hilfe der Drohne genutzt, greife ich in letzter Zeit eher auf die Polbrille zurück. Ausschau halte ich vor allem nach den großen, schwarzen Umrissen. Sie verraten sich auch durch Bugwellen – dann habe ich sie zwar gefunden, aber verschreckt. Vorsicht ist also geboten und in englischer Stalking-Manier pirsche ich am Ufer entlang. Oftmals halten sie sich in strömungsarmen Bereichen, wie etwa Gumpen, auf.

Winterangeln am Fluss – mit diesen Tipps zum Biss! - winterkarpfen, Winterangeln am Fluss, Flussangeln

Füttere sie nicht

Ich bevorzuge generell Single Hookbaits für diese Art der Angelei. Mathematisch gesehen ist die Chance höher, bei einer Köderaufnahme einen Biss zu bekommen – es gibt halt nur diesen einen Köder. Außerdem möchte ich so das Risiko, die Karpfen zu verscheuchen, minimieren. Als Hakenköder verwende ich gern auffällige Köder, mit den Farben Pink und Orange hatte ich in den vergangenen Jahren so einige gute Tage. Außerdem soake ich die Köder in Liquids. Dieses wird im Wasser abgegeben und die Strömung sorgt dafür, dass weit stromab ziehende Fische auf meinen Köder aufmerksam werden. Zusammengefasst versuche ich, meinen Köder durch Farbe und Geschmack so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Fange sie

Um sie schlussendlich auch fangen zu können, bedarf es ein wenig Übung und Geschick. Das Platzieren entscheidet bereits über Erfolg oder Misserfolg. Ein lautes Aufklatschen des Bleies wird sie definitiv verschrecken. Deshalb wähle ich die Grippa oder Flat Pear Bleie so leicht wie möglich. Zusätzlich kurbele ich Rückwärts, um die Montage ganz sanft ins Wasser eintauchen zu lassen – quasi wie beim Ablegen vom Boot. Meist gehe ich dabei auf die Knie, um mich nicht zu verraten.

Winterangeln am Fluss – mit diesen Tipps zum Biss! - winterkarpfen, Winterangeln am Fluss, Flussangeln

Der Schnurverlauf ist ebenfalls von Bedeutung. In Bereichen mit weniger oder keiner Strömung versuche ich, die Schnur auf dem Boden ans Ufer verlaufen zu lassen – Slack Line funktioniert auch am Fluss. In der Hauptströmung hingegen spanne ich die Schnur vom Blei senkrecht zur Rutenspitze nach oben. Wichtig dabei: das Rig muss stromabwärts des Bleies liegen, damit die Fische nicht in Berührung mit der Schnur kommen. Diese ziehen nämlich in den meisten Fällen gegen den Strom. Schlussendlich brauche ich ein funktionierendes Rig. Am liebsten verwende ich Multi-Rigs, da ich gegebenenfalls nur den Haken tauschen muss und mir das Binden von Vorfächern erspart bleibt.

Pegelstand im Blick behalten – Winterangeln am Fluss

Vor allem in diesem Jahr habe ich die Wichtigkeit der Beobachtung des Pegelstandes gelernt. War ich früher der Auffassung, dies ist nur bei großen Flüssen von Bedeutung, wurde ich dieses Jahr eines Besseren belehrt. Durch die vielen Niederschläge, wie im Winter nun mal üblich, ändert sich der Wasserstand permanent. Damit einhergehend kommen enorme Mengen an Treibgut. Nicht selten kam es in den vergangenen Wochen vor, dass ein effektives Angeln nur an zwei Tagen bei Normalstand möglich war, ehe der Pegel wieder stieg. Solche Tage gilt es, abzupassen. Dafür habe ich mir die App „Meine Pegel“ heruntergeladen. Mehrmals täglich checke ich die aktuellen Werte und die Tendenz der kommenden Tage, um in Abhängigkeit hiervon meine nächste Session zu timen.

Winterangeln am Fluss – mit diesen Tipps zum Biss! - winterkarpfen, Winterangeln am Fluss, Flussangeln

Leichtes Gepäck

Mit der Zeit lernte ich Spots kennen, an denen sich immer Fische aufhalten. Jedoch liegen diese weit auseinander und moven ist mit einem langen Fußmarsch durch Schlamm und Schilf verbunden. Ich wechsle meine Angelstelle nach jedem Take, da die Karpfen in der Regel nach einem Biss aufgeschreckt sind. Außerdem hält man sich so an kalten Tagen warm. In meinem Rucksack verstaue ich alles, was ich für einen Tag brauche. Köder, Waage, Falteimer, Kamera und Verpflegung. Vor allem mein Endtackle schrumpfe ich extrem ein. Ich brauche lediglich eine Hand voll Bleie, eine Packung Haken und die wichtigsten Werkzeuge (Schere, Ködernadel, Feuerzeug). Das passt alles übrigens in eine kleine Bleitasche. Eine kompakte Abhakmatte wird mit Banksticks in der Wiegeschlinge verstaut. Das war es! Auf einen Stuhl kann ich verzichten, da ich die ganze Zeit eine Wathose trage und mich so auf die Abhakmatte setzen kann.

Winterangeln am Fluss – mit diesen Tipps zum Biss! - winterkarpfen, Winterangeln am Fluss, Flussangeln

Ich hoffe, euch meine Art des Flussangelns im Winter nähergebracht zu haben. Vielleicht versucht sich der eine oder andere ja demnächst auch in dieser Disziplin.

Mehr über Janik und seine Angelei erfährst du auf seinem Instagram-Kanal. Dort kannst du ihn auch erreichen, falls du Anmerkungen oder Fragen zum Thema Werfen für ihn hast.