Kein Geheimnis: Frankreich ist seit Jahren eines der Traumziele vieler Karpfenangler. Damit ist mitunter eine gewisse Fallhöhe verbunden, denn manchmal liegen Wunsch und Wirklichkeit recht weit auseinander. Können die hohen Erwartungen und Wünsche einem Abgleich mit dem eigentlichen Erlebnis standhalten? Hat man zu viel erwartet? Wird in Frankreich auch nur mit Wasser gekocht?
Mit Zuversicht zum Frankreich-Abenteuer
Die folgenden Zeilen zu den Frankreich-Erfahrungen des Daniel-Duos laufen auf die Erkenntnis hinaus, dass ein Frankreich-Trip trotz – oder gerade wegen – aller Herausforderungen zu einem besonderen Erlebnis werden kann. Die Herausforderungen werden dann rückwirkend zum Teil der tollen Erfolgsgeschichte, an deren Ende die beiden rund 40 Fische auf der Habenseite verbuchen konnten.
Die Geschichte zeigt einmal mehr: Manchmal ist man am besten beraten, einfach zur Tat zu schreiten und sich nicht von Bedenken im Vorfeld abhalten zu lassen. Wo ein Wille ist, da ist eben auch ein Weg, zumal auch das Vertrauen in die Köder dazu beitrug, diesen Weg zu ebnen…
Aber der Reihe nach: Auf dem Plan standen zwei völlig unterschiedliche Gewässer – das legendäre Le Grand Etang und anschließend La Saule Paquot. Am Ende standen kapitale Fische, rund 40 Karpfen und jeder Menge spannende Geschichten auf der Habenseite.
Hitze, Kraut und Großkarpfen am Le Grand Etang
Die erste Woche verbrachte Daniel Polsinger auf Platz 3 am Le Grand Etang, einem See, der vielen älteren Anglern noch unter seinem früheren Namen „Great Lake“ bekannt ist. Das Gewässer genießt seit Jahren Kultstatus und beherbergt nach wie vor einen außergewöhnlichen Bestand an großen und charakterstarken Karpfen.
Zuversicht trotzt schwieriger Vorzeichen
Die Bedingungen bei der Ankunft waren alles andere als einfach. Temperaturen von deutlich über 40 Grad ließen die Frage aufkommen, ob die Fische überhaupt an’s Fressen denken würden. Doch Daniel kennt den See bestens. Jahr für Jahr stellt er sich dort den Herausforderungen und konnte bereits einige absolute Ausnahmefische fangen – darunter auch den derzeit größten bekannten Bewohner des Sees, den markanten Twotone-Spiegelkarpfen „The Emperor“.
Leicht macht es Le Grand Etang allerdings niemandem. Das extrem klare Wasser half diesmal zumindest dabei, vielversprechende Stellen zu finden. Entscheidend war es wie immer, krautfreie Bereiche zu lokalisieren, in denen die Karpfen tatsächlich Nahrung aufnehmen.

Die richtige Taktik finden – Rig- und Baitwahl
Bei der Rigwahl setzte Daniel auf maximale Sicherheit. Zum Einsatz kamen Spinner Rigs mit auffälligen 20-mm-Pineapple-Pop-Ups, die über Wochen hinweg in Buttersäure gedippt worden waren. Um auch nach längerer Dip- und Liegezeit zuverlässig über dem Gewässergrund zu präsentieren, wurden die Pop-Ups zusätzlich eingekorkt. Das Rig resettet sich immer, auch bei vielen Weißfischattacken, verfügt jedoch über keine steife Boom-Sektion, wie sie sonst üblicherweise bei diesen Rigs zum Einsatz kommt.
Gefüttert wurde mit einer Mischung aus Bloody Silkworm Boilies, sowohl halbiert als auch im Ganzen, ergänzt durch reichlich Tigernüsse und Halibut Pellets.

Durststrecken überstehen – Der erste Run
Die ersten Tage verliefen jedoch ernüchternd. Kein Pieps, kein Zupfer. Erst am Abend des vierten Tages wurde die Geduld belohnt. Nach einem sehnsüchtig erwarteten Run raste der Fisch sofort in’s Kraut. Doch nach einem kurzen, nervenaufreibenden Drill glitt er sicher über den Kescherrand.

Auf den ersten Blick glaubte Daniel, erneut The Emperor gefangen zu haben. Das charakteristische Twotone-Muster war verblüffend ähnlich. Auf der Matte stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen anderen Spiegelkarpfen handelte – allerdings ebenfalls um einen absoluten Ausnahmefisch jenseits der 25-Kilo-Marke. Die Session war damit praktisch gerettet. Aber es sollte nicht bei diesem einen Fisch bleiben…
Der Knoten war geplatzt – tolle Fische am Grand Etang
Noch am selben Abend folgte ein wunderschöner Fully Scaled, ein junger Nachkomme des Gewässers und ein echter Hingucker.
In den folgenden Tagen konnte Daniel die Fangliste weiter ausbauen. Ein perfekt gezeichneter Zeiler sowie ein weiterer prächtiger Spiegelkarpfen mit über 20 Kilogramm sorgten für zusätzliche Highlights. Dieser Fisch nahm den Köder überraschend ufernah über schlammigem Grund.
Den Schlusspunkt setzte in der letzten Nacht ein gewaltiger Graskarpfen zwischen 25 und 30 Kilogramm, der direkt im Kescher wieder schonend zurückgesetzt wurde.
La Saule Paquot – Fortsetzung der Erfolgs-Story

Natürlich hatte die tolle Fangbilanz am Grand Etang unsere Motivation geschürt. Mit reichlich Rückenwind ging es anschließend weiter an den La Saule Paquot. Das etwa sechs Hektar große Paylake mit seiner markanten Insel in der Mitte teilten sich Daniel Polsinger und Teamkollege Daniel Swaschnig untereinander auf. Was folgte, überraschte beide völlig. Im besten Sinne des Wortes…
Fressrausch – Sternstunden am La Saule Paquot

Der See gilt eigentlich als anspruchsvolles Gewässer, doch während dieser Woche schienen die Karpfen regelrecht im Fressrausch zu sein. Die Runs kamen in einer Frequenz, mit der niemand gerechnet hatte.
Am Ende verbuchten wir rund 40 Karpfen auf der Habenseite.
Dabei zeigte sich La Saule Paquot von seiner schönsten Seite. Wunderschöne Zeiler, Fullys und makellos gezeichnete Spiegelkarpfen sorgten für eine Fangserie, die ihresgleichen sucht. Fast jeder Fisch war ein Foto wert.

Selektion auf hohem Niveau

Die einzige Schwierigkeit bestand darin, gezielt an die wirklich großen Bewohner des Sees zu gelangen. Egal ob viel oder wenig Futter, große oder kleine Köder – die mittleren Fische waren meist schneller am Haken. Angesichts der außergewöhnlichen Qualität der gefangenen Karpfen gab es darüber allerdings kaum Grund zur Beschwerde.
Das absolute Highlight der Woche gelang schließlich Daniel Swaschnig.
Beim Beobachten der Fische entdeckte er direkt an der Insel einen der markanten Großspiegelkarpfen des Gewässers. In gerade einmal einem Meter Wassertiefe präsentierte er sein Rig exakt auf der Route des Fisches. Nur zwei Stunden später lag der Ausnahmefisch bereits auf der Matte.

Ein unvergesslicher Moment und zweifellos einer der Höhepunkte der gesamten Frankreich-Tour.
Futterwahl: Hot ’n’ Spicy überzeugt auf ganzer Linie
Beim Futter am Saule Paquot vertrauten die beiden Daniels vor allem auf die neuen Hot ’n’ Spicy Boilies aus dem Hause Boilie and More, an deren Entwicklung Daniel Swaschnig selbst maßgeblich beteiligt war. Die Ergebnisse sprechen für sich.
Neben den Hot ’n’ Spicy kamen auch die bewährten Sorten Bloody Silkworm und Monstercrab erfolgreich zum Einsatz – zwei absolute Klassiker. Wenn du dich über die Boilies des österreichischen Baitherstellers genauer informieren möchtest, dann gelangst du hier zu den offiziellen Shopseiten (her klicken).
Fazit
Mit einem Großkarpfen über 25 Kilogramm, zahlreichen weiteren Ausnahmefischen und rund 40 Karpfen in einer einzigen Woche am zweiten See war die Frankreich-Session 2026 für Daniel Polsinger und Daniel Swaschnig ein voller Erfolg. Ein Trip, der einmal mehr zeigte, dass die richtige Vorbereitung, Vertrauen in das eigene Futter und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, am Ende den Unterschied machen können.
Wir gratulieren dem Daniel-Duo zu ihrem Ausnahme-Ausflug nach Frankreich und bedanken uns für die übersandten Zeilen und Bilder!









