Vertrauen ist gut– Kontrolle ist besser. So etwa ließe sich das Ausgangssetting beschreiben, das der Überprüfung der Feature-beladenenen High-End Bissanzeiger aus dem Hause Nash zugrunde lag. In der Tat: Wir wollten uns selber von Pro und Contra der Bissanzeiger überzeugen und haben Philipp Woywode unvoreingenommen auf Tuchfühlung gehen lassen. Nicht nur in Bezug auf die Bissanzeiger, sondern auch auf die Wetter- und Gewässerumstände, die sein 25 Nächte überdauernder Einsatz mit sich brachte.

Soviel vorweg: Mit Blick auf einen Praxis- und realitätsnahen Test waren war Philipp – soweit er sie beeinflussen konnte – nicht zimperlich in der Auswahl der Einsatzgebiete. Vom Wetter ganz zu schweigen. Ebenfalls der Praxis verpflichtet ist die Kehrseite dieser Gemengelage: Die Konfrontation mit verschiedenen Settings macht es nicht notwendig erforderlich, den Bissanzeiger unter künstlich-herbeigeführten (Labor-)Bedingungen auf seine Möglichkeiten und Grenzen zu testen – was allerdings nicht heißt, dass Philipps Test bei Wind und Wetter weniger Relevanz hätte. Ganz im Gegenteil.

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Verschiedene Gewässer – bei Wind und Wetter

Im Sinne des oben genannten realistischen Settings übernahm nicht etwa die heimische Gefriertruhe die Funktion des mutmaßlichen Gamestoppers, sondern vielmehr die winterliche Kälte der Märznächte, die Philipp zu Beginn des Tests am Wasser verbrachte. Zunächst am Kanal, dann Fluss und später an den – für seine Fischerei wohl repräsentativsten – Naturseen Mecklenburgs. Die Wahl der Gewässer erfolgte aus gutem Grund, wollte Philipp doch schauen, wie sich Strömung und Unrat auf Art und Häufigkeit der Piep-Signale auswirken.

Jack of all Trades – Viele Einstellmöglichkeiten bei bedingtem Mehrwert

An Möglichkeiten, den R4 an verschiedene Settings anzupassen, mangelt es wahrlich nicht: Der Bissanzeiger ist vollgestopft mit technischen Features, wie kaum ein Zweiter auf dem Markt. Vorgeschmack gefällig? Ganz recht: Wave-Sensing, Speed-Sensing und Drift-Sensing-Safeguard schmücken das Datenblatt und erweitern die in der Preisklasse zu erwartenden Funktionen um Drop-Back-Bisssanzeige, Homecoming-Mode und verschiedenen Stealth-Modi. Aber sind all dieses Funktionen auch sinnvoll?

Phillips Antwort nach 25 Nächten ist ein klares Jein. Denn: Soweit die Anpassung der Sensibilität betrifft, konnte er bereits mit dem standardmäßig eingeschalteten Roller-Wheel Sensing – der Werkseinstellung also – operieren und innerhalb der normalen Bissanzeiger-Funktion die Sensibilität regulieren. Das allerdings funktioniere einwandfrei und sei auch sehr intuitiv über die Druckknöpfe einzustellen gewesen. Diese Anpassung erwies sich laut Philipp nicht nur als praktisch, sondern auch als notwendig, denn gerade am Kanal – mehr noch als im Fluss – haben die Auswirkungen von Strömung, Treibgut und Sog ihren Tribut gefordert. Da war runter-regulieren angesagt, was problemlos gelang.

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Roller-Wheel vs. Sensing-Technologie: Klarer Gewinner

Was man von den anderen Einstellungen nicht behaupten kann: Sicherlich hat das Einstellen des Driftguard-Wavesensing und Speed-Sensing  seine Berechtigung auf dem Datenblatt, nicht aber unbedingt in der Praxis. Dem  langsamen- und unbemerkten Abziehen  der Schnur durch Treibgut konnte Philipp bereits durch ein vorsichtiges Hochregulieren der Sensibilität entgegenwirken – in dem Maße eben, in dem diese Anpassung nicht gleichzeitig in einem Piep-Konzert gemündet hätte. Philipps Devise zur Anpassung: So viel, wie nötig – so wenig wie möglich.

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Diese Devise bedeutete für ihn auch: Das Einschalten der Speed-, bzw. Wave-Sensing Technologie war nicht erforderlich. Was auch gut war, wenn man Philipps Einwand bedenkt, dass die Einstellung besagter Technologie kompliziert und gewöhnungsbedürftig sei. Phillip musste sich tiefergehende Installationsanleitungen im Internet studieren. Die Wahrscheinlichkeit, das einmal verstandenen alsbald beim nächsten Einsatz zu vergessen, so Phil, sei groß. Nicht zuletzt deshalb hat er davon Abstand genommen. Prädikat: Nice to have. Nicht mehr, und nicht weniger!

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Gib‘ Frost keine Chance: Der R4 von Nash

Die gute Nachricht bei allen Einsätzen bislang: Der einsetzende Nachtfrost tat der Performance des Bissanzeigers keinen Abbruch. Die Regulierung der Sensibilität hatte hierunter genauso wenig zu leiden, wie jene der Lautstärke. Im Umkehrschluss: Das Schnurlaufrad bewegte sich trotz Temperaturen unter Null Grad geschmeidig und wurde von der Elektronik korrekt verarbeitet und ausgegeben. Laut Philipp sei dies zwar erwartbar, aber nicht selbstverständlich. Das hat er auch schon anders erlebt. Selbst bei hochpreisigen Modellen! Übrigens: Es gab hier keinerlei Wechselwirkungen der Kälte mit den Batterien, die sich in einer schwächelnden Batterielaufzeit hätten äußern können. Nach 25 Nächten am Wasser zeitigte sich hier noch keinerlei Leistungsnachlass. Es bleibt abzuwarten, wie kurz-oder langlebig sich Halbwertszeit der Batterien im weiteren Testverlauf erweist. Sei versichert: Wir halten dich auf dem Laufenden!

Für den Moment: Ein Pluspunkt also in Sachen Robustheit und Funktionalität und (Batterie-)Langlebigkeit!

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Gesamt-Verarbeitung: Daumen hoch

Die Verarbeitung des Bissanzeiger hat Phil vollumfänglich überzeugt. Dabei hat das kompakte – für manches Auge vermutlich gewöhnungsbedürftige – Design einen unmittelbaren praktischen Mehrwert. Die leicht erhabenen Knöpfe vermitteln nicht zuletzt eine gute taktile Ansprache.  Die solide Verarbeitung betrifft auch die Breite des  „Tags“ ( etwa: Aufhänger) zur Aufnahme der passenden Nash-Swinger, die mitsamt R4-Bissanzeiger auf den Bankstick- bzw. Buzzer-Bar geschraubt werden. Dieser „Tag“ verlaufe nicht, wie bei anderen optischen-Bissanzeigern, konisch, sondern entspringe einer soliden- und durchgehenden Breite, die für Stabilität birgt. Da gehe laut Phil nichts kaputt.

Ein zweiter Pluspunkt. Wieder in Sachen Robustheit. Gleichzeitig geht diese Robustheit mit einer angenehmen Haptik einher – der Bissanzeiger liegt – dank der griffigen Oberflächenbeschaffenheit – gut und sicher in der Hand. Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit einer unfreiwilligen Wassertaufe erheblich!

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Zwischenfazit: Pros and Cons

Nicht zuletzt, weil die Anschaffung eines solches Bissanzeiger(-sets) reichlich überlegt sein will, geben wir dir anhand von Philipps Kritikpunkten unser Zwischenfazit als einstweilige Entscheidungshilfe mit an die Hand. Nicht vergessen: Phils Langzeittest geht in die zweite Runde. Und wir können bereits jetzt vorwegnehmen: Er hat sich noch Einiges vorgenommen. Welche weiteren Schwachstellen bzw. Stärken Phil dabei zutage fördert, werden wir dir in einem zweiten Bericht mitteilen. Stay tuned!

Pros

  • Pro: Robuste Verarbeitung
  • Unanfällig gegenüber Frost
  • Solide Schnurlaufrolle und stabiler „Tag“
  • Einfache Regulierung der Grundfunktion
  • Bring-Home-Licht (Night-Glo)
  • Wave-Sensing Technologie
  • Überzeugende Batterielaufzeit: Auch nach 25 Nächten keine Ermüdungszustände

Cons

  • bedingt sinnvolle Sensing-Technologie für „normale“ Einsatzzwecke
  • komplizierte- bisweilen anti-intuitive Bedienung
  • normale Werkseinstellung deckt bereits gängige Einsatzzwecke ab